Zauberhafte Puppenwelt
Niedliche Puppenkinder aus Naturmaterialien
Wie aus dem Märchen
Lang, lang ist es her.. ich kann schon fast sagen "Es war einmal"... als die Zauberhafte Puppenwelt einen Link ins Märchenreich aufzeigte, das seit je her folgende Zeilen verkündet:
Meine "Neuerzählung" von Prinzessin Lucy ist genau genommen kein richtiges Märchen. Wie in dem Buch aus dem Prinzessin Lucy ursprünglich stammt, fehlen abgesehen von dem"Prinzessinnen- Mythos" die entscheidenden Stilmittel, die zu einem Märchen dazugehören. Wir haben eine Geschichte erzählt,
Und Gedanken zu den Waldorfpuppen
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Wie aus dem Märchen
In dieser Rubrik möchte ich meine märchenhaften Häwelkinder zeigen.
Prinzessinnen wie Schneewittchen oder Dornröschen sind auf wundersame Weise dem Märchenbuch entsprungen. Rotkäppchen begegnet dem bösen Wolf und der kleine Prinz verwandelt sich in einen Frosch. Hänsel und Gretel laufen Hand in Hand durch den Wald und Schneeweißchen und Rosenrot pflegen ihre Rosenstöcke mit der gleichen Sorgfalt, wie Rapunzel ihr langes Haar bürstet.
Doch die Monate vergingen und die Zauberhafte Puppenwelt blieb ohne Prinzessin. Auch die Froschkönige im Teich verhaarten ungeküsst, weil über der Wasseroberfläche nicht die Lippen einer schönen Prinzessin auf sie wartete, sondern nur der Schnabel des hungrigen Klapperstorchs, der die Aufgabe hatte alle Puppenkinder fern über die Lande der Zauberhaften Puppenwelt zu tragen.
Bald schon ging ein Munkeln umher, dass die Prinzessin versehentlich losgeschickt wurde, um fortan in einen Kinderzimmer, weit hinter den Bergen zu leben. Allein die Vorstellung bereitete den braven Puppenkindern großen Kummer. Was wäre, wenn das Menschenkind gar nicht wusste, dass es jeden Abend neben einer echten Puppenprinzessin einschlief und jeden Morgen an ihrer Seite aufwachte? Oder noch schlimmer: Was wäre, wenn die Prinzessin keinen Schimmer hatte, dass sie eine Prinzessin war und wie ein ganz normales Puppenkind spielte und ihren Schabernack trieb? So etwas darf eine Prinzessin doch gar nicht! Sie muss schließlich immer hübsch aussehen Manieren zeigen und kerzengerade auf ihrem Thron sitzen.
So kam es, dass die Puppenkinder voller Sorge zu ihrer Puppenmacherin sprachen und eine Prinzessin für die Zauberhafte Puppenwelt forderten.Da die Puppenmacherin sehr damit beschäftigt war, normale Puppenbabys für normale Menschenkinder zu nähen, wusste sie nicht, woher sie die Zeit nehmen sollte, ein königliches Püppchen hervorzubringen. Drum machte sie ihren lieben Puppenkindern einen Vorschlag: Das nächste Puppenkind, bei dem sie sich mit der Nadel in den Finger stechen würde, sollte die künftige Prinzessin werden.
Voller Erwartung und Vorfreude sammelten sich die Puppenkinder jeden Tag um ihre Puppenmacherin um ihr beim nähen zuzusehen. Jedes mal wenn die Nadel ihrem Finger gefährlich nahe kam, hielten sie den Atem, doch weil die Puppenmacherin sehr vorsichtig mit ihren Kindern aus Stoff und Schäfchenwolle umging, floss kein Tropfen Blut auf ihren Leib.
Doch eines Tages geschah es endlich. Die Puppenmacherin fand erst spät am Abend Zeit sich ihren Puppenkindern zu widmen, weil sie den ganzen Tag mit ihrer Familie verbracht hatte und sehr müde war. Das Lämpchen über ihrem Nähtisch leuchtete schwach, als sie den Faden durch die Nadel zog und zum ersten Stich ansetzte. Wäre die Nadel nicht überraschend stecken geblieben, hätte alles gut gehen können. Doch so musste die Puppenmacherin an ihr ziehen bis sie plötzlich hervor schnellte und ihr direkt in den Finger stach. Kleine Blutstropfen quollen hervor und benetzten den Stoff unterhalb des Kopfes. Was wie ein Unglück aussah, entpuppte sich als freudige Überraschung für alle Puppenkinder. Sie fingen an zu lachen und klatschen begeistert in die Hände. Prinzessin Lucy war geboren und sollte folglich für märchenhafte Stimmung in der Zauberhaften Puppenwelt sorgen.
Bald sollte sich jedoch herausstellen, dass Lucy keine Prinzessin wie aus dem Märchen war. Sie hatte braunes, struppiges Haar, das sich nie glatt und seidig kämmen ließ, dunkle, kleine Augen, die widerspenstig funkelten, wenn man sie ermahnte sich beim spielen nicht schmutzig zu machen und eine Vorliebe für pummelige, grüne Drachen mit einem einfältigen Grinsen im Gesicht.
Als Lucy an ihrem ersten Tag als Prinzessin in die Zauberhafte Puppenwelt hinaus trat, begegnete sie sogleich einer Reihe von edlen Prinzen. Doch sie waren alle verzaubert. In Wirklichkeit waren sie Frösche, die man in Prinzen verwandelt hatte. So küsste Lucy einen nach dem anderen und gab den Fröschen ihren ursprünglichen Körper zurück. Aber nun hatte Lucy einen großen Fehler gemacht. Denn eigentlich sollte sie Frösche in Prinzen verwandeln und nicht umgekehrt. Jetzt wusste sie nicht, wer Frosch und wer Prinz war. Im Teich quakten hundert Frösche und sie hatte gerade ein duzend entzauberte Frösche hinzu geschickt. Da sie mit dem Küssen nicht noch einmal von vorne beginnen wollte, schickte sie ihren königlichen Drachen vor, der sogleich jedem Frosch einen dicken Schmatzer aufdrückte. Auf einmal machte es Plop und ein hübscher Königssohn stieg aus dem Wasser. Als er Lucy erblickte, die beschämt am Steg saß und wieder am Daumen lutschte, dessen man ihr so oft verboten hatte, verliebte er sich sogleich in sie. Zusammen benahmen sie sich noch ungezogener als einer alleine es je geschafft hätte.
Die Puppenkinder waren nicht gerade entzückt über ihr neues Prinzenpaar, hatten sie sich doch eine Prinzessin gewünscht, die ganz ihren märchenhaften Vorstellungen entsprach. Doch sogar Prinzessin Lucy lauschte in den Abendstunden gespannt den Märchen, die man ihr erzählte und träumte des Nachts von Dornröschen, Schneewittchen und Aschenputtel, die irgendwann in die Zauberhafte Puppenwelt einziehen würden... und wenn nicht, na ja... so wäre es doch zumindest ein zauberhafter Gedanke gewesen!
in dem sich eine Prinzessin wie im Märchen fühlen darf, aber sie ist weit davon entfernt, die Schicksalsschläge und Hindernisse zu meistern, die den Helden in Märchen meistens aufgebürdet werden.
Seit je her ist die Faszination für eine Phantasiewelt voller Gefahren und Abenteuer Stoff für unzählige Märchen, die Groß und Klein gleichermaßen begeistern. Kinder treffen auf Themen die ihnen große Angst bereiten, aber sie lernen auch, dass Mut und Zuversicht immer ein glückliches Ende mit sich bringen.
Als ich selber noch ein Kind war las meine Mutter mir oft Märchen vor. Eines das sich am meisten eingeprägt hat war Hänsel und Gretel. Obwohl es mir Angst einjagte, wollte ich immer wieder hören wie sich Hänsel und Gretel im Wald verlaufen, auf die böse Hexe treffen und schließlich mit den Taschen voller Gold zu ihren armen Eltern zurückkehren. Ich stellte mir dann vor wie ich selbst vor dem Hexenhäuschen stand, Lebkuchen aß und dann ganz schnell wieder nach Hause gelaufen bin, bevor mich die Hexe erwischen konnte. Ich glaube, dass diese Gefühl jedem Kind ein Kribbeln im Bauch versetzt, es angespannt lauschen lässt und im schlimmsten Moment seine Fantasie bremst, damit es sich die Hexe nur so gruselig vorstellen kann, wie es sich traut. Denn dank der eintönigen Charakterskizzen, die in Romanen und Kurzgeschichten sonst verpönt sind, regen Wörter wie schön oder hässlich unsere Fantasie an. In unserem Kopf keimt sofort ein Bild von einer schönen Prinzessin oder einer hässlichen Hexe auf. Da diese bei jedem anderes aussehen kann, schafft es eine ganz persönliche Ebene, die noch reizvoller wird, wenn wir die Symbolik in Märchen verstehen lernen.
Auch wenn Märchen ein sehr deutliches Bild von Gut und Böse vermitteln, merken wir insgeheim, dass es nicht nur schlechtes auf der Welt gibt, sondern auch sehr viel Gutes, für das es sich lohnt, über seinen eigenen Schatten zu springen. Indem Märchen menschliche Eigenschaften in ihrer klarsten Form darstellen, sehen wir am ehesten, wozu Hass, Eifersucht und Neid führen können. Wir sehen aber auch wie schön es ist, wenn letztlich die Liebe über die Böswilligkeit siegt und das Märchen einem Ende entgegen schaut, das Frieden und Harmonie bis ans Ende aller Tage verspricht.
Meinen Kindern habe - und lese ich immer noch Märchen vor. Jedes der vier mag ein anderes Märchen und es macht mich fast stutzig, dass Hänsel und Gretel zu denen gehört, die stets gemieden werden. Liegt es vielleicht daran, dass es wirklich zu grausam ist?
Bei unseren Besuchen im Märchenwald merkte ich, dass sich mein Sohn vor dem Hexenhäuschen drückte und nicht mit ansehen wollte, wie die Hexe im Ofen verbrennt. Auch bei "Tischlein deck dich" ist er zu Seite gesprungen als der Knüppel aus dem Sack geschossen kam. Meine anderen Kinder hingegen sind mutig in die Häuschen spaziert und haben sich das Spektakel durch die Scheibe hindurch angesehen.
Es liegt wohl daran, dass jedes Kind anderes besaitet ist und im Märchenwald mit realen Bildern konfrontiert wird, die es beim Vorlesen anderes wahrgenommen hat. Alles erscheint viel schlimmer und kann recht angsteinflößend sein. Meine Tochter fürchtete sich lange Zeit vor Krähen und der Grund lag wohl an dem Szenenbild von "Die 7 Rabenbrüder". Die ausgestopften Raben,
die überall im Schlafzimmer hockten, haben ihr schlicht Angst gemacht.
Wenn es etwas gibt, dass uns an Märchen anwidert oder unverständlich vorkommt, dann sind es meistens die Erscheinungsbilder, in denen die Figuren auftreten. Sogar die Guten unter ihnen kommen uns manchmal empfindungslos und unerschrocken vor. Wer würde es einem kleinen Mädchen verübeln, wenn es sich vor seinen Rabenbrüdern fürchtet? Allein beim Gedanken beschleicht uns Unwohlsein.
Anhand so vieler zweifelhafter und grausamer Bilder, mag man fast meinen, dass Märchen nicht in Kinderhände gehören. Aber solange man weiß, was Kinder fürchten und man mit ihnen darüber spricht, können Märchen auch helfen Ängste zu überwinden. Instinktiv merken Kinder nämlich das Märchen mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben.
Mein Mann machte sich eine Zeit lang einen Spaß daraus unseren jüngsten Sohn Rumpelstilzchen zu nennen. Das Märchen war nicht nur Abendlektüre es begleitete ihn nahezu den ganzen Tag. Bei den älteren Geschwistern war er immer der kleine Zwerg und bei meinem Mann das personifizierte Rumpelstilzchen. Das machte ihn manchmal so zornig, dass er sich tatsächlich wie das kleine, zornige Männchen aufführte und richtig "giftig" werden konnte. Er hat eben immer darunter gelitten der Kleinste zu sein und auch sonst die zierliche und kleine Statur eines "Männleins" zu haben ;-)
Es ist erfahrungsgemäß nicht gut Kinder als Zwerge zu bezeichnen, denn anders als die Naturwesen, wachsen Kinder noch und begegnen den sprichwörtlichen Zwergen nur eine Zeit lang auf Augenhöhe. Außerdem besitzen Zwerge andere Eigenschaften als Kinder. Oft werden sie als gemeine und habgierige Wesen hingestellt von denen man sich lieber fern hält.
Kinder empfinden diesen Vergleich, abgesehen von ihrer Körpergröße, als persönliche Herabschätzung. Dieses Gefühl sollte man einem Kind lieber ersparen, selbst wenn es noch so süß klingt und nicht böse gemeint ist.
Aber irgendwann werden für Kinder selbst die liebsten Märchen ermüdend. Der "Knüppel aus dem Sack" war nur ein "dressiertes" Holzstück, dessen Kunsttücke langweilig geworden sind und vor der Hexe im Knusperhaus fürchtet sich eh keiner mehr, weil Eltern ihre Kinder ohnehin nie mit einer derartigen Person alleine lassen würden. Die Themen sind nicht länger von Bedeutung und Kinder suchen sich entweder neue Märchen oder sie beschließen, dass Märchen nicht länger zu ihnen passen und steigen auf normale Geschichten um.
Meine Tochter mochte wie viele kleine Mädchen am liebsten Märchen in denen Prinzessinnen vorkamen. Vom Froschkönig konnte sie nie genug bekommen und ließ gar kein anderes Märchen zu.
Meine Jungs hingegen hatten schnell die Nase voll und wendeten sich lieber Geschichten über den Bauernhof oder Bauarbeiten zu. Für Märchen sind sie zu sensibel und überlassen die Träumereien über Schlösser und Wohlstand lieber den Mädchen.
Ich muss zugeben, dass wir einen Menge verschiedener Märchenbücher bei uns zu Hause habe. Neben dem klassischen Buch der Gebrüder Grimm, das noch aus meiner Kindheit stammt, haben wir auch einige Exemplare die bebildert sind. Als ich angefangen habe über Märchen zu schreiben, meinte meine Tochter zu mir, dass sie Hänsel und Gretel, sowie Rotkäppchen, nie richtig mochte, weil ihr auch die Bilder nicht gefallen haben. (Ich hingegen liebe diese Zeichnungen!) Vermutlich auch deswegen nicht, weil ich sie im Kleinkindalter in das süßeste Rotkäppchen verwandelt habe, dass ich je gesehen habe, während ihre Schwester eine Prinzessin wurde. Das Foto, auf denen ihre Babyspeckbeinchen in Strumpfhosen gepackt sind (wie im Bilderbuch ;-) ) während ihre Schwester im blauen Seidenkleid neben ihr stand, hat wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir haben nicht nur einen Zwerg in der Familie, sondern auch ein ewiges Rotkäppchen, das lieber eine Prinzessin geworden wäre. Aber pssst!...Das sage ich jetzt nur, um diesen Text ein wenig abzurunden- denn wir alle wissen ja, dass es gemeine Zwerge, sinnbildliche Prinzessinnen und auch das Rotkäppchen nur in Märchenbüchern gibt :-)