Philosophie

Puppen sind für mich mehr als nur ein Spielzeug. Sie sind Lebensbegleiter, Freunde und Vertraute.
Auch nach Jahren, wenn man längst aufgehört hat mit ihnen zu spielen, sind sie da und wecken Erinnerungen an die Kindheit.


Schon als Kind hatte ich das große Glück viele Puppen um mich herum zu haben.
Meine Mutter ist Puppenmacherin und die Hingabe und Begeisterung, mit der sie Puppen näht, hat so sehr auf mich abgefärbt, dass ich dieses Handwerk zu meinem Beruf gemacht habe.

Als meine Mutter anfing Puppen zu nähen, bezeichnete sie diese ganz simpel als Stoffpuppen. Es ist ein gebräuchlicher Name und jeder weiß sofort was gemeint ist.
Als ich mit dem Puppenmachen anfing, entdeckte ich die Waldorfpuppe und war fasziniert von ihrer schlichten Erscheinung und der Pädagogik, die sich dahinter verbarg (siehe auch über Waldorfpuppen).
Fortan erschufen meine Mutter und ich viele Puppen dieses Typs und sagten immer dazu, dass es sich um eine besondere Art der Stoffpuppe handle, weil sie die Fantasie eines Kindes anregen soll.

Zugegeben, mussten wir das manchmal auch, weil eine Waldorfpuppe nicht dem gewohnten Puppenklischee entspricht. Ihr Gesicht ist nur angedeutet und in der Regel lacht sie nicht einmal. Ihr kleiner zurückhaltender Mund kann als unfreundlich gedeutet werden und die fehlende Nase befremdlich wirken.
Erwachsene haben, im Gegensatz zu kleinen Kindern, gewisse Vorstellungen wie etwas auszusehen hat und wenn ein wichtiges Merkmal, wie eine Nase im Gesicht fehlt, irritiert das anfangs.
Weil wir uns nie so recht mit mit einer Puppe ohne Nase anfreunden konnten, setzten wir unseren Waldorfpuppen weiterhin eine ins Gesicht. Auch sonst brachten wir unseren eigenen Stil mit ein.
Was wir darüber hinaus für die Puppenmacherei mitnahmen, war das neue Bewusstsein für ökologische Materialien und nachwachsende Rohstoffe.

Als ein paar Jahre später bekannt wurde, dass Waldorfpuppen markenrechtlich geschützt sind und sie abgesehen von den Lizenzinhabern, nicht kommerziell angeboten werden dürfen, mussten wir den Namen aufgeben. Ich hätte sie einfach weiter Stoffpuppen nennen können, aber mir stand der Sinn nach einem alternativen Namen. In Anlehnung an die Lieblingsgeschichte meiner Mutter aus Kindertagen „Der kleine Häwelmann“, tauften wir unsere Stoffpuppen auf den Namen Häwelpuppen. Bis auf die Bezeichnung, hat sich allerdings nicht viel geändert.

Wenn mich heute jemand fragt, was ich beruflich mache, antworte ich, dass ich Stoffpuppen aus natürlichen und schadstofffreien Materialien für Kinder nähe.
Es fühlt sich gut an, das sagen zu können.